Food Crash – Buchtipp für die Weihnachtszeit

Erstellt am 12. Dezember 2011 von katharinawyss

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Noch keine Weihnachtsgeschenkidee? Im letzten Jahr schon ein paar Meter Regenwald gespendet und was nun? Ich empfehle das Buch FOOD CRASH. Damit wir lernen, warum es doch nicht so alles rund läuft mit der Welternährung durch die industrielle Landwirtschaft. Denn das mit den Tomaten wußten wir ja schon, die es bei uns um die Weihnachtszeit gibt. Sollen wir ja nicht kaufen, sie haben einfach zu lange Transportwege aus Südspanien. Doch was passiert mit der Umwelt dort, wo die Tomaten unter Kilometerlangen Plastikdächern angebaut werden? Ich bin überrascht, wie der Autor immer wieder ganz selbstverständlich die wesentlichen Details und Fakten beleuchtet, um uns, dem Leser, einen Rundumblick zu geben, wie es zur aktuellen Lage der Landwirtschaft weltweit gekommen ist.

Ich bin auf Seite 41 des Buches von Felix zu Löwenstein angelangt und zitiere daraus: „In ihrem ‘Millennium Ecosystem Assessment Report‘ schätzen die Vereinten Nationen, dass zwischen 1950 und 1990 ein Drittel aller fruchtbaren Böden weltweit durch Degradation verlorengegangen sind. In den Büchern sind keine Megafone integriert, sonst würde ich das jetzt mal auf 100 Dezibel stellen: ein DRITTEL! Liebe Mitmenschen auf diesem Planeten, deren Kindern noch etwas zu essen vorfinden sollen: Finden Sie wirklich, dass die Erhöhung der Produktivität die erste Priorität hat, während all das passiert? Oder wäre es nicht eher an der Zeit, die hoch produktiven Produktionsverfahren, mit denen wir all das angerichtet haben, grundsätzlich in Frage zu stellen?“ Auf den Seiten vorher und bis zur letzten Seite 303 stehen die Gesamtzusammenhänge beschrieben, warum 1 Mrd. Menschen von 7 Mrd. der Gesamtbevölkerung hungern. Wir können uns nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn sich Familienväter das Leben nehmen, weil sie ihrer Familie nichts Essbares mit nach Hause bringen können. Oder, dass sich wiederum Familienväter das Leben nehmen, weil sie sich maßlos mit dem Einkauf von Pestiziden – die weitestgehend in Europa hergestellt werden – verschuldet haben, die sie für die konventionelle Pflege ihrer Baumwollfelder benötigen. Damit auch der Ertrag stimmt … Das noch als kurzen Ausflug in die Welt der konventionellen Textilherstellung.

Den Autor Felix zu Löwenstein traf ich während seiner Buchvorstellung in Windhoek/Namibia. Im anschließenden Gespräch erfuhr auch er Neues. In Namibia gibt es eine Farm, die nachhaltig bio-dynamisch arbeitet, die Krumhuk-Farm. Auch wenn in Namibia die Rinder hier keine Stallhaltung kennen, so werden alle Farmen, eben mit dieser einen Ausnahme, konventionell betrieben. Das heisst beispielsweise, dass alle Rinder regelmäßig prophylaktisch mit Medikamenten wie Antibiotika gespritzt werden.

Tipp: Um Ideen und Anregungen zu geben, wie wir selbst mit unserem täglichen Handeln eine bessere Welt mitgestalten können, bieten wir Workshops auf dem Fair Camp am 21.1.2012 in Berlin an.

ISBN 978-3-629-023000-1, Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr, Felix zu Löwenstein

Fotomodel: Schüler vor dem Schulgarten der Waldorf School Windhoek

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