(Schul)Bildung im südlichen Afrika
Erstellt am 2. August 2010 von katharinawyssGefällt Euch das Bild? http://www.bildungskampagne.org/1goal_videos.html Dann votet mit für das ONE GOAL-Bild unserer Unterrichtsstunde an der Waldorfschule Windhoek.
Warum hat Bildung im südlichen Afrika einen ganz besonderen Stellenwert? Weil hier weltweit die meisten Kinder leben, denen Schulbildung verwehrt bleibt (ca. 35 Mio). Weil die Apartheit, auch zwanzig Jahre nach der offiziellen Beendigung der Rassentrennung, schwarze Kinder auch heute noch deutlich benachteiligt. Übrigens nicht nur die Kinder. Wer nicht in seiner Muttersprache unterrichtet wird ist ebenfalls benachteiligt. Und das ist fast auf dem gesamten Kontinent der Fall. Meist ist Englisch die Hauptsprache. Nur sehr wenige Schulen bieten Unterricht in lokalen Sprachen an. Zuhause wird in den meisten Familien die Stammessprache gesprochen. Hausaufgaben können von Eltern der unteren Einkommensschichten allein schon aus dem Grund der Sprachbarriere oft nicht betreut werden. Und so ließe sich die Liste der erschwerten Ausbildungsbedingungen fortsetzen. Selbst wenn an den staatlichen Schulen kaum Schulgebühren anfallen, so haben viele Familien kein Geld für die benötigte Schulkleidung übrig. Bildung in Afrika ist ein heikles und sehr vielschichtiges Thema.
Fazit: Aids, Armut, Arbeitslosigkeit und Drogenabhängigkeit, die Hauptprobleme im südlichen Afrika, wären mit mehr Investitionen der Regierungen in den Bildungsbereich – 20% des Staatshaushaltes sollten es theoretisch sein – weitaus besser und langfristig zu bekämpfen. Da dies nicht in Sichtweite ist, werden noch viele Generationen von afrikanischen Kindern und Familien lange benachteiligt bleiben und damit einen harten, beschwerlichen und ungerechten Weg gehen.
Ausnahmebeispiele: In Südafrika gibt es ein dichtes Netz an Waldorfschulen, die sich verstärkt in sozialen Brennpunkten gegründet haben: www.waldorf.org.za/waldorf_schools.asp // Die einzige Waldorfschule Namibias, die quer durch alle Einkommensschichten Kindern auch auf Spendenbasis und mit Hilfe von Patenschaften einen Schulbesuch ermöglicht, integriert neben Deutsch/Englisch (Hauptunterricht) und Africaans halbjährlich wechselnd lokale Sprachen, z.B. Nama-Damara und Oshidango. www.waldorf-namibia.org


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